Jüngster Eintrag in die Geschichtsbücher:

Mitte November 2019 – Das Ende einer Ära. Uli Hoeneß, langjähriger Präsident des bajuwarischen Schnösel-, doch (leider) Erfolgsclubs Bayern München sagte zum Abschied laut statt leise Servus, legte sein Amt nun ein für allemal nieder. Vors “Präsident” rückt jetzt ein “Ex” – und ein gewisser Herbert Hainer ist ab sofort der neue Uli.

So weit, so öde. Irgendwann tritt jeder ab (sei’s vom Amt oder gleich aus dem Leben) – und ob man Bayern mag oder nicht ist Geschmackssache. Selbst am schalen, mittlerweile ziemlich ausgelutschten Spruch “Fußball ist die schönste Nebensache der Welt” stößt sich hier keiner.

Daran aber schon: Ein ehemaliger, gern mal schroff-arrogant agierender Knastbruder, der bei Bayern nach wie vor Millionen scheffelte, verabschiedet sich in den Ruhestand. In der Münchener Olympiahalle. Und 8.000 Leute kommen! In Worten: achttausend. Also fast mehr als bei Admira Wacker-Heimspielen im Laufe einer ganzen Saison!

Wir erinnern uns: Hoeneß war 21 Monate in Haft. Steuerhinterziehung … die wurde ihm zum Verhängnis. Typisch Grabbler, der den Hals niemals vollkriegt. Denn nötig, ein paar Kröten am Fiskus vorbei ins Trockene zu bringen, hatte er wohl nicht.

Im Grunde aber wurscht. Fehler machen wir alle. Der Unterschied: Unsereins hängt der kleinste Lapsus oft jahrelang nach, während die Allgemeinheit bei elitären Macht- und Geldsäcken erstaunliche Bereitschaft zeigt, sich in Waldheim‘scher Vergesslichkeit zu üben. Getreu der Devise: Schwamm drüber. Er/Sie hat eine zweite Chance verdient. Oder ‘ne dritte. Und vierte.

Frage: Was haben Hoeneß und Rotwein gemeinsam? Sie sind beide stark im Abgang. Schließlich wurde Uli beim Abschied gefeiert, bejubelt, geehrt … und das trotz seiner Vergangenheit. Wie oft passiert das Otto Normalverbraucher, wenn er vor gar nicht allzu langer Zeit gehörig Mist baute? Die Antwortmöglichkeiten reichen hier von “nie” bis “niemals” …

Fakt ist: Wir brauchen eine gesunde Kultur des Scheiterns. Allerdings für ALLE, nicht nur für die Ulis dieser Welt. Weshalb aber wird Hoeneß & Co. Scheitern zugestanden, während “Normalos” gern mal Prügel vor die Beine bekommen, die es nachhaltig erschweren, wieder auf selbige zu kommen? Ist die Macht der Ulis? Oder das Geld? Oder ist es gar die Manipulation der Medien, die gern mal Menschen zu Helden hochstilisieren, die es am wenigsten verdienen?

Diskutieren Sie mit. Wir sind gespannt. Und JA, auch Bayern-Fans sind herzlich willkommen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

code