Ach, damals … in den 1970ern. Der Nachbar, Hilfsarbeiter von Beruf, gurkte sein Leben lang mit einer Stangl-Puch rum. Auto gab’s keins. Zu teuer. Auch die Eltern zahlreicher Freunde griffen auf Moped, Fahrrad oder die guten, alten “elastischen Beine” zurück, galt es, sich mehr oder weniger hurtig von A nach B in Bewegung zu versetzen. Und hatte man ein Auto, dann war’s gern mal eins. Pro Familie.

Die Achtziger änderten alles. Plötzlich waren da Autos … überall! Selbst Schüler der Handelsakademie fuhren mit protzigen Straßenkreuzern vor, die jene von Lehrkörper und Direktion locker in den Schatten stellten. Und Jugendlichen männlichen Geschlechts (damals gab’s ja nur zwei) war bewusst: Willst du ‘ne Freundin, brauchst du ein Auto. Ohne fahrbaren Untersatz bleibt dir nur die rechte Hand …

Und heute? Heute gibt’s weit mehr Autos als Parkplätze. In Österreich sind es knapp 5 Millionen an benzin- oder dieselbetriebenen Vehikeln (Quelle: Statista.de) – und beim “großen Bruder” Deutschland sind’s gar rund 57 Millionen “heiliger Kühe”. Und das System reibt sich die Hände. Wir wollen mehr Kohle in der Staatskasse? Erhöhen wir einfach die Mineralölsteuer. Oder wie wär’s mit Maut und Vignette? Die Optionen erscheinen schier endlos …

Bis jetzt. Denn 2019 änderte alles. Plötzlich waren da Kinder und Jugendliche … überall! Mit vehementen Forderungen, das fossil betankte Auto Auto sein zu lassen und gefälligst auf Öffis umzusteigen. Und wer es dennoch nicht lassen kann, sich höchstpersönlich hinters Steuer zu schwingen, dem wird wärmstens empfohlen, sich doch bitteschön mal ausführlich dem Thema “Elektromobilität” zu widmen. Ansonsten gibt’s ein weiteres, verzweifelt-aggressiv ins Mikro gehauchte “How dare you?” aus schwedischem Teenager-Mund.

Warum wissen wir alle: “Wegen da Umwöld warads” … um es auf gut österreichisch zu formulieren. Das Gebot der Stunde: Weg mit dem bösen, von den Auspuffen des Klimakillers Auto emittierten Kohlendioxids, hin zur umweltfreundlichen “Elektro-Kraxn”. Und das trotz wissenschaftlicher Uneinigkeit, ob die Bezeichnung “Treibhausgas” für CO2 überhaupt auch zutrifft …

Wurscht. Fakt ist: Der Umstieg aufs Elektroauto wird gnadenlos forciert. Die Spatzen (Gebäudebrüter, deren kontinuierliche Dezimierung übrigens zum Teil ausgerechnet Klimaschutzmaßnahmen bei Häusern in die Schuhe geschoben werden darf) pfeifen es medial Tag für Tag von den Dächern: Das deutsche Verkehrsministerium will 10 Millionen E-Autos bis 2030 – und in Österreich soll sich in zehn Jahren mindestens die Hälfte aller Neuzulassungen mit einem “E” vor “Auto” schmücken. Wie gesagt: Wegen da Umwöld warads. Aber … wie umweltfreundlich sind diese E-Teile nun wirklich?

Tja, und exakt hier scheiden sich die Geister. Während einerseits das Hohelied auf die Elektromobilität nicht und nicht verstummt, melden sich andererseits kritische Stimmen zu Wort, die den derzeitigen Hype als linksliberale Propaganda verteufeln.

Hier eine Handvoll Gegenargumente zum “Umwelt-Heiland” E-Auto:

• Die Summe der Umweltbelastung durch alle bei der Herstellung verwendeten Materialien ist bei der E-Mobilität doppelt so hoch wie bei Verbrennungsmotoren.

• Der Abbau von Lithium, das für die mehrere hundert Kilo schwere Batterie benötigt wird, zerstört fragile Ökosysteme (etwa in Südamerika) und raubt der dort lebenden Bevölkerung Land und Wasser.

• Die Herstellung eines 100-kWh-Akkus mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern verursacht eine Klimabelastung von 15 bis 20 Tonnen CO2. Ein Wert, für den ein 6-Liter-Mittelklassewagen mit Benzin- oder Dieselmotor bis zu 100.000 Kilometer weit fahren kann.

Wir zitieren Polit-Blogger Gerald Grosz: “Für die Produktion der Batterie eines Elektroautos wird die Kleinigkeit von 17 Tonnen Kohlendioxid in die Umwelt geblasen. Und bei dieser niedlichen Bilanz, dieser gemeingefährlichen Mischung aus Kobalt und Lithium kann in Zukunft jeder mit einem Diesel-Traktor aus den 60ern 24 Stunden/365 Tage – und das die nächsten 50 Jahre – um den Kirchturm fahren und ist samt eingerechneter Blähungen noch immer umweltschonender unterwegs als der Elektroschrott, der uns steuerfrei und medial gehypt ins Haus geliefert werden soll. Bei der Herstellung eines E-Autos wird also doppelt so viel Umwelt zerstört wie bei der Produktion eines vergleichbaren Verbrennungsmotors. Na bumm! Überraschung!”

Auch “Plusminus”, das Wirtschaftsmagazin der öffentlich-rechtlichen ARD, zeigte sich im Zuge eines Beitrags noch nicht so wirklich vom “Heilsbringer Elektroauto” überzeugt:

Elektroauto gut, Elektroauto böse … was verdammt nochmal stimmt jetzt? Voilá, da ist sie auch schon: die Schattenseite jeder Propaganda. Man glaubt, was man glauben will. Hängt schlicht und ergreifend vom jeweiligen, persönlichen Standpunkt ab …

Und deshalb zum Abschluss noch ‘ne Prise Gedankenfutter:

• Lithium und Kobalt stecken nicht nur in E-Auto-Batterien. Sie stecken in jedem iPhone, in jedem Laptop, aber auch in Alltagsgegenständen wie Kosmetika und Haarfärbemitteln.

“Das Smartphone braucht in der Herstellung fünf bis zehn Mal so viel Energie und CO2 wie in der Nutzung.” (Zitat Ralph Hintemann, Borderstep Institut) Und kanadische Forscher der W. Booth School of Engineering Practice & Technology warnen vor Handys als Klimakiller: “Wenn diese Branche weiter so wächst wie bisher, wird sie im Jahr 2040 für 14 Prozent aller Emissionen verantwortlich sein. Also der Hälfte dessen, was der Verkehr weltweit verursacht.” Frage: Wie viele Klimaschützer-Kids verzichten freiwillig aufs Smartphone? Die Antwort erübrigt sich …

• China pustet in drei Wochen soviel CO2 in die Luft wie alle EU-PKWs in einem Jahr. Hmm … wie oft bot Greta bislang China die Stirn? Auch diese Antwort erübrigt sich …

• O-Ton Peter Altmaier, deutscher Bundesminister für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel IV: “Wir gehen davon aus, dass sich der weltweite Bedarf an Batteriezellen in den nächsten elf Jahren verzehnfachen wird.” Wer also jetzt Lithium und Kobalt kauft hat gute Chancen auf rosige Zeiten. Hat was. Damit es zur Abwechslung nicht immer nur das System ist, das sich freudig erregt die Händchen reibt …

Apropos System: Was drang uns jüngst im ORF “WELTjournal +” zum Thema E-Mobilität ans Ohr? “Experten sind sich einig: Der einzige Weg, Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten, ist, den Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken.” Klingt verdächtig nach Bevölkerungskontrolle. Schließlich ist von der Reduzierung des Individual- und Flugverkehrs der “Herrschaften da oben” niemals die Rede. Frei nach Aldous Huxley: Willkommen in der schönen, neuen Welt …

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