Credit: Carsten Holst

Tja, diese Lust, Liebe und Leidenschaft begleitet uns alle – und das seit wir klein waren.
 Denn aus der Lust zu etwas entsteht Liebe, woraus wiederum Leidenschaft erwächst – und mit dieser Gewürzmischung wird das Leben erst so richtig zum Genuss. 
Und vielleicht gelingt es mir ja, Sie zu begeistern, um Lust zu bekommen, sich an den Herd zu stellen, mal eigenhändig den Kochlöffel zu schwingen und die Töpfe scheppern zu lassen.

Eigentlich sollte es doch ein wenig schaurig werden, da man mich bat, mich dem Thema Halloween zu widmen. Hm, Halloween? Was ist eigentlich Halloween? Woher kommt es und was hat es mit der Kürbis-Fratze nun auf sich? Hier hilft ein Auszug aus Wikipedia: „Halloween wurde ursprünglich nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert, vor allem in Irland, während die anglikanische Kirche am Tag vor Allerheiligen die Reformation feierte. Mit den zahlreichen irischen Auswanderern im 19.Jahrhundert kam es in die Vereinigten Staaten und gehörte zum Brauchtum dieser Volksgruppe. Aufgrund seiner Attraktivität wurde es bald von den anderen übernommen und entwickelte sich zu einem wichtigen Volksfest in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Der Brauch, Kürbisse zum Halloweenfest aufzustellen, stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O fortan nicht mehr in die Quere kommen würde. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch in die Hölle durfte Jack natürlich nicht, da er den Teufel betrogen hatte. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack durch das Dunkel wandern könne. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses war demnach eine beleuchtete Rübe, doch da in den USA Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen einen Kürbis aus. Dieser Kürbis war seither als Jack O’Lantern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten.“

Manchmal muss man erst die Geschichte lesen und wirken lassen, um dann das geeignete Gericht zu kreieren. Was entnehme ich für mich daraus, außer den Kürbis als Grundzutat?
 Lassen Sie sich überraschen!!!

Credit: Carsten Holst

Der brennende Hokkaido – Kürbismit einer pikanten, mexikanischen Füllung á la Tag der Toten und einem besonderen Schuss „Jack O’Lantern“

Zutaten

 für die Fleischmarinade

50 ml Rapsöl

1 kleine Chilischote ( mittelscharf)

1/2 Tl grob gemahlene Kaffeebohne oder im Mörser zerstoßen

1 kleine Knoblauchzehe

1 Bund frische Petersilie

¼ Tl Meersalz

¼ Tl frisch gemahlener Pfeffer

 

Zutaten für den Rest

2 kleine Hokkaido Kürbisse a ca. 800 Gramm

100 ml Rapsöl

300 g Putenfleisch

1 gehäuften Tl Mehl

1 Bund Lauchzwiebeln

2 mittelgroße rote Zwiebeln

2 mittelgroße Tomaten

200 g Mais (Dose)

70 g Parmesan-Käse

etwas Rapsöl, um den Kürbis von innen einzureiben

100 g Joghurt

Salz und Pfeffer nach Bedarf

8 cl Gin

 



Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 45 Min.

Vorab (gerne auch einen Tag vorher) sollte man die Marinade fertig stellen.
 Hierzu schneidet man die Chilischote in sehr feine kleine Würfel. Die Knoblauchzehe von der Pelle befreien und danach entweder mit eine Knoblauchpresse zerkleinern oder mit einem Messer erst mit der flachen Seite zerdrücken und anschließend in sehr kleine Stücke schneiden.
 In einem Mörser die Kaffeebohnen zerstoßen oder in einer Kaffeemühle sehr grob mahlen.
 Den Bund Petersilie in fließend kaltem Wasser waschen, danach ausschlagen und die Petersilie von den Stängeln zupfen. Die gezupfte Petersilie danach mit einem scharfen Messer fein hacken.

Nun alle Zutaten in einer kleinen Schüssel (wahlweise geht auch ein kleines Glas in Ordnung) miteinander vermengen und langsam beim Vermengen das Öl zufügen. Das Behältnis mit der Marinade verschließen und für mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Den Ofen auf 180 Grad C vorheizen.
 Das Putenfleisch in Stücke schneiden, in einen verschließbaren Behälter mit der Marinade geben und vermengen. Anschließend für eine halbe bis eine Stunde einziehen lassen.

Danach den Kürbis so aufschneiden, dass man einen Deckel hat (etwa im Verhältnis 4/5 zu 1/5). Das Kerngehäuse mit einem Esslöffel herausschaben. Den ausgehöhlten Kürbis sowie den Deckel mit Wasser ein wenig einreiben und mit Salz und Pfeffer würzen. Danach den Kürbis mit dem Deckel oben drauf für 20 Minuten in den auf 180°C vorgeheizten Backofen stellen.

Inzwischen die Lauchzwiebeln putzen und schneiden. Die Zwiebel pellen und in feine Würfel schneiden. Die Tomate waschen, den Strunk entfernen und würfeln. Parmesankäse mit einer Käsereibe reiben.

Das marinierte Putenfleisch mit ein wenig Öl scharf anbraten. Gemüse und Tomaten dazugeben und 5-7 Minuten rühren und dabei weiterbraten. Mit einem Teelöffel Mehl abstauben und vermischen, danach langsam das Joghurt einrühren. Das Putenfleisch-Gemüse mit der Soße beiseite stellen. Den Kürbis aus dem Ofen nehmen. Das Putenfleisch-Gemüse mit der Soße und zwei Dritteln des Parmesankäses vermengen und in den Kürbis einfüllen. Den Deckel auf den Kürbis setzen und erneut ca. 20 Minuten bei 180°C im Ofen garen. Wenn der Kürbis fertig gegart ist, den Deckel abnehmen und den restlichen Parmesan-Käse draufstreuen und für 5 Minuten gratinieren lassen.

Möchte man Kräuter zum Kochen verwenden eignen sich Thymian, Rosmarin oder auch provenzalische Kräuter. Orangenaroma und auch Wacholder passen sehr gut zu Kürbis. Ich verwende gern etwas Orangenschale oder Orangenpfeffer.

Credit: Carsten Holst

Achtung!!!

Doch ich wäre nicht ich, würde ich zu Halloween nicht noch etwas Besonderes auf den Teller zaubern. Denken wir einfach an Jack, der Typ, der den Teufel betrogen hat! Und deshalb flambieren wir unseren Kürbis! Höllisch lecker …

Kurz vor dem Servieren:

Den Gin in einem kleinen Topf erhitzen, sodass er kurz vor dem Kochen ist. Den heißen Gin vorsichtig in den Kürbis (auf den gratinierten Käse) gießen, Deckel halb drauf und mit einem Feuerzeug entzünden!

Die Portionsangabe bezieht sich auf 2 kleine Kürbisse. Die Menge reicht allerdings – je nach Appetit – für 2 bis 4 Personen. 

Garzeit und Menge der Füllung sind lediglich Anhaltspunkte und richten sich nach der Größe der Kürbisse.

Guten Appetit … denn mit prall gefülltem Bäuchlein spukt sich’s gleich ein Stück weit leichter!

Credit: Carsten Holst

Koch & Autor: Carsten Holst

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