Credit: Nordic Aqua Farms

von Herbert & Jeanette Nitsch

Wie engmaschig Legislative und „Geldadel“ kooperieren zeigt auch das Urteil von Richterin Maisonville aus Vancouver: Marine Harvest lechzte nach der bereits erwähnten einstweiligen Verfügung – und bekam sie auch. Mit einer Einschränkung: Alexandra Morton ist nach wie vor berechtigt, Proben aus Gewässern rund um Lachsfarmen zu entnehmen. Allerdings nur in einem winzigen Boot von maximal 2,6 Metern Länge. Also in einem Boot, dass es dir ob der gern mal rauen See British Columbias oftmals unmöglich macht, überhaupt in selbige zu stechen. Ja, und dass die First Nations mal wieder durch die Finger schauten, versteht sich fast von selbst. Wir erinnern uns: Deren Rechte mit Füßen zu treten hat ja beinahe schon Tradition …

Wieso aber ist Fischzucht im Allgemeinen und eine Lachsfarm im Speziellen ein derartiges Milliardengeschäft? Ganz einfach: Schon jetzt hält sich die Anzahl von am Teller landenden Fischen aus Weltmeeren und Zuchtfarmen die Waage – und es dauert bestenfalls noch ein paar magere Jährchen, bis Letztere sowieso die Oberhand gewinnen. Die Ozeane sind so gut wie leergefischt, da gibt’s nicht mehr viel zu holen! Auch, da die Fütterung der Zuchtlachse häufig mit Wildfischen erfolgt … einer riesigen Anzahl an Wildfischen. So riesig, dass die Lachszucht allein im Jahresschnitt mehr Fischbestand zerstört als sie überhaupt produziert. DER Klassiker: Die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz. Und beißt … und beißt … und beißt …

Die Zucht von Fischen für gewerbliche Zwecke nennt man im Übrigen – schön politisch-korrekt – Aquakultur. Sieht bei Lachsen so aus: Die Fische werden in offenen Netzgehegen mit einer Tiefe zwischen zehn und zwölf Metern in Küstennähe zusammengepfercht – bei großen Farmen nicht selten 700.000 Lachse pro Gehege. Mit verheerenden Folgen für Umwelt und marinem Ökosystem (Stichwort Viren & Krankheitserreger). Ist manchen bekannt. Manchen wie Verantwortlichen in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Alaska und Washington, die das Ende dieser Art von Lachszucht bereits gesetzlich einläuteten. Manche aber verweigern sich den Tatsachen. Manche wie Norwegen, Chile, Schottland, Kanada, Großbritannien, Irland, Färöer, Russland und Tasmanien. Allein 2014 wurden den Konsumenten über zwei Millionen Tonnen gezüchteter Lachs zum Fraß vorgeworfen, zwei Drittel davon aus Norwegen. Der größte Player im Business: Marine Harvest, ein – wenig überraschend – norwegischer Konzern mit Lachsfarmen in sechs Ländern und Handelspartnern in 70 Staaten. Diese Bude allein zeichnet für 20 Prozent aller weltweit gezüchteten Lachse verantwortlich. Da klingelt die Kasse! Und wenn sie klingelt, leistet man sich eben auch ‘nen israelischen Geheimdienst …

Credit: George Quocksister
Credit: Noah Stewart

Alles wurscht. Lachs ist gesund und gar nicht mal so teuer … erzählt uns ja die Werbung. Doch wie heißt es so schön? Werbung ist die effektivste Form der Lüge. Und wer es satt hat, weiter belogen zu werden, sollte sich mal folgende Appetithäppchen genüsslich am Zünglein zergehen lassen:

  • Kontamination von Meeresflora und –fauna durch offene Netzgehege; mit „Schmackhaftem“ wie Müll, Fäkalien, Fischfutter, Chemikalien (Antibiotika & Pestizide), Viren (für die es derzeit keine Behandlung gibt), Bakterien (mit Antibiotika behandelt), Pilzen (mit Chemikalien verseucht), Parasiten (von Pestiziden befallene Seeläuse) und einer Armee weiterer Krankheitserreger
  • die Zahl anderer Arten (Forelle, Wildlachs etc.) verringert sich im Wirkungsbereich von Lachsfarmen von Generation zu Generation um sagenhafte 50 Prozent
  • Aufnahmen von Unterwasserkameras in Lachsfarmen zeigen das wahre Ausmaß der Katastrophe: kranke Fische, wohin das Auge blickt; ein Auszug der sichtbaren Symptome: teilweise fehlende Haut, massiver Läusebefall, aufgeblähte Kiemen, gewaltige Tumore, aufgedunsene Körper, Wachstumsstörungen und Missbildungen, deformiertes Rückgrat, Augenerkrankungen, Mundfäule sowie klaffende Geschwüre

Lecker, nicht wahr? Wenn hier der kleine Hunger kommt, kotzt er noch vor der Nahrungsaufnahme. Denn bitte eins nicht vergessen: Diese Fische werden für den Menschen gezüchtet, quasi als Gaumenfreude für Homo sapiens. Mahlzeit. Noch ein verblüffender Fakt: Die Wirkung des Verzehrs von verseuchtem, krankem Fisch auf die Gesundheit des Menschen war noch NIEMALS Gegenstand intensiver Forschungen (von einer einzigen norwegischen Toxizitätsstudie mal abgesehen). Das haut nicht hin, das haut um! Frage: Wie bereit sind Sie jetzt noch, sich das nächste Lachsbrötchen genussvoll einzuverleiben? Wussten nicht schon unsere Ahnen „Du bist, was du isst?“

… TO BE CONTINUED …

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

code